Archive for November, 2009

leavin out the “pussy’ole” part: on dizzee rascal live.

November 18, 2009

I visited Dizzee Rascal’s concert in Cologne yesterday. Some (still sweaty) impressions in German.

Was Dizzee Rascal so grundsätzlich von vielen anderen Rappern mit dermaßen großem Mainstreamerfolg unterscheidet, war mal, ist aber nicht mehr zwingend seine Attitüde:

Rotzte der damals 18jährige auf seinem 2003er Erstling Boy in da corner noch ziemlich ungeschliffen sarkastische Battleraps, beklagte ungewollte Schwangerschaften und soziale Diskrepanzen zwischen den Royals und den Straßen Londons, hat sich Themenwahl, Gestus, Kleidung, Statussymbole mit wachsendem Erfolg und Superstarstatus mittlerweile in ganz Europa selbstverständlich an den internationalen Code von goldenem Wireless-Mikrophon, Goldkette, Brilliantenohrring, Bitches am Pool im Video und Hymnen an sein Bargeld und seine Guccisneaker angepasst.

Mit der ohnehin elektronikaffinen Musik unter Dizzees Raps ist etwas Ähnliches passiert:

Strotzte Boy in da corner vor rohen, skeletalen Beats vom jungen Dizzee selbst (über den Drums liegt teilweise nur ein sehr dünnes Sample, teils, wie bei Fix Up Look Sharp nur gelegentlich eine Stimme), die, ganz im Zeichen von Garagehouse/Grime  in gleichen Maßen dilletantisch, druckvoll und beunruhigend wirkten, so öffnete sich die Produktion immer mehr gängigen House- und Elektrospielarten, so in Zusammenarbeit mit den discoträchtigen Armand Van Helden (Bonkers) und Calvin Harris (Dance Wiv Me). Passend dazu der Wechsel der Themenwahl, und vermutlich hat sich ein Superstar auch mit weniger der Probleme, die ihn noch vor sechs Jahren auf Albumlänge beschäftigt haben, herumzuschlagen.

Gleich zur Abmilderung meiner Kritik, einem Liveauftritt tut alles das überhaupt keinen Abbruch. Kommen wir zum Ausgangspunkt zurück: Sobald Dizzee Rascal über einen Beat rappt, bringt er den letzten Diskoschinken zum Zucken wie Galvani seine Froschschenkel. In sich überschlagend hoher Stimmlage rappt Dizzee unverschämt vielsilbig in genau dem dicken schwarzen Londoner Slang, der ihn und seine Roll Deep Crew berühmt gemacht hat. Auch auf Armans van Helden Beats.

Und die Party im nicht rappel- aber akzeptabel-vollen Bürgerhaus Stollwerck kommt offenbar mit Housetracks genauso gut, wenn nicht gar besser in Stimmung als mit straightem Grime.

Dementsprechend vielfältig zwischen Hiphopper, Elektrofreak, jungen Mädchen bis zwölf, potenzielle Groupies um die zwanzig, Hardcores und Metals ist das Publikum, das Dizzees DJ mit eher an Mittwochabende im Teatro gemahnendem House auf die Vorgruppe Newham Generals, einem Signing auf Dizzees Label Dirtee Stank, einzustimmen.

Selbige bieten in dickem Patois vorgetragene Raps über großteilig fast schon dubsteppige Instrumentale, teils auch mit obligatorischen Houseeinlagen, in Performance, Gestik und, von einigen Doubletimeeinlagen abgesehen, Raptechnik allerdings ein wenig steif und unengagiert. Anfeuernde Zwischenrufe wie “Oh my god” völlig kraftlos und quasi alibimäßig aufgesagt wirken wirklich nicht sehr angebracht.

Nach etwas House zwischendurch knallt es: Mit Dizzees Auftritt (mit genau dem goldenen Mic und Kette und dem eigenen Antlitz auf dem Shirt) bounct dreiviertel des Saales. Wohlgemerkt in Fourtothefloor und nicht Halftime. Dizzee gibt alles, unternimmt die obligatorische KRS-One-Verbeugung mit seiner Version von “Sound of the police”, spielt die alten Hits “Jus a Rascal” und “Fix Up Look Sharp”, nimmt eine offizielle Setpause (Housemusik zwischendurch), kehrt zurück und reißt ab. Ich trage während des gesamten Vorgangs einen Rollkragenpulli und meine Jacke um die Hüften, was sich dann auch bei meinem hysterischen Hüpfen als unvorteilhaft herausstellt.  Gegen Ende ist die Welle hysterischen hüpfens bis ganz nach hinten geschwappt und auch der Rollstuhlfahrer auf der Empore fährt quasi tanzend hin und her.

Dizzee geht, kommt noch einmal für Bonkers. Feierabend, mission accomplished. Charts und House hin und her, die rohe Energie ist dieselbe geblieben. Unzählige durchgeschwitzte Gesichter und Hemden bezeugen das. Gut so.

check

www.dizzeerascal.co.uk / www.newhamgenerals.com/ grimemixtapes.blogspot.com

V.

pooperscooper: gambas, locusts and more!

November 17, 2009

hi all,

days are passing busily.  concerts, music, rehearsals, movies, even making videos.

thanks to my new collective of some great local cologne bands, POWER TO PETER, i was able to perform on their second official party. starting at 2 with a rather heated crowd, me and my pianist christian ripped the place with hysteria, freely improvised noise, some throaty voices, metal moves, bass clarinet and base-level erotica. great stuff.

to make sure that all of our local mates are represented well, the official powertopeter page (www.powertopeter.com) is being redesigned!!!! be sure to check by the other day.

still painfully actual: www.myspace.com/illoyalrap with new music on soon.

what also happened throughout the last weeks was the shooting of my first music video. an atmospheric, slightly surreal-lynchian piece is in the making/editing. including real-life maggots and lots of running around outside in the woods of my childhood.

be sure to check out the first in what is to become a row of teasers:

 

also, while shooting, we had the opportunity to do some drum solo videos of mine.

check both:

including exhaust tubes and whatever is to be found in grandfather’s workshop. peace and love to han bennink, paul lovens and all the free protagonists!

www.ficko-magazin.de

www.myspace.com/illoyalrap

coming up: two radioshows of mine from last week.

!

V.


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